Gartenhecken
Heimische Sträucher fördern die Artenvielfalt
 
 
Sicht- und Windschutz, Grundgrenze, Gestaltungselement, Lebensraum - Hecken erfüllen viele Funktionen. In Gärten und Parks werden besondere Anforderungen an Hecken gestellt: Der Platz ist meist begrenzt; gerade in der Umgebung von Spielplätzen oder Kindergärten muss auf giftige Sträucher verzichtet werden. Dies schränkt die Auswahl geeigneter Gehölze ein.
Statt streng geschnittener Thujen- oder Kirschlorbeerhecken – übrigens beide giftig – sind möglichst heimische Sträucher zu pflanzen, die der Tierwelt vor Ort Nahrung und Deckung bieten. Heimische Wildsträucher stecken nicht nur voller Leben, sie sind meist auch weniger anspruchsvoll als ihre exotischen Verwandten (weitere Informationen).
 
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze

 
 
Funktionen von Hecken
 
Hecken sind wichtige Elemente zur Gestaltung des Gartens. Sie erfüllen vielfältige Funktionen.
 
•   Begrenzung: Hecken dienen als grüne Zäune und begrenzen Flächen. Nicht nur dichte Hecken, auch locker gepflanzte Sträucher können unterschiedlich genutzte Gartenbereiche trennen.
 
•   Sichtschutz: Dichte und hohe Hecken bieten im Sommer perfekten Sichtschutz. Soll die Hecke auch im Winter vor störenden Blicken schützen - wenn die Gärten allerdings wenig genutzt werden - sind Hecken aus immergrünen Arten notwendig.
 
•   Windschutz: Hecken bremsen den Wind. Im Gegensatz zu einer für den Wind vollständig undurchlässigen Mauer entstehen bei einer Hecke keine Windwirbel.
 
•   Staubfilter: Hecken filtern Staub. Besonders wirksam sind weichblättrige, behaarte Laubgehölze. Zu hohe Staubbelastung schädigt die Sträucher allerdings und führt zu schütteren Hecken.
 
•   Schallschutz: Dichte Hecken können Straßenlärm etwas abschwächen und erträglicher machen. Mit einer Lärmschutzwand können sie allerdings nicht mithalten. Für den Effekt einer 2 m hohen Lärmschutzwand müsste eine Hecke 25 m breit sein.
 
•   Lebensraum: Für die Tierwelt sind vor allem Hecken aus heimischen Straucharten wertvoll. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf.
 
 
Gehölzauswahl
 
Aus ökologischen Erwägungen sollten bei der Pflanzung von Hecken heimische Arten bevorzugt werden. Die unterschiedlichen Standortansprüche der verschiedenen Sträucher an Boden, Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. In undurchdringlichen "Dornendickichten" finden Wildtiere katzensichere Versteck- und Brutmöglichkeiten. Im Zusammenhang mit Kindern, zB bei Spielplätzen, ist die Giftigkeit der gepflanzten Gehölze ein wichtiger Faktor (=> Giftpflanzen in Gärten und Grünanlagen (LWG, 771 kb), Giftpflanzen - Ein Begleiter für Eltern und Interessierte (Salzburger Bildungswerk, 1.685 kb).
 
•   Für Schnitthecken eignen sich vor allem langsam und dicht wachsende Straucharten, die zu Stockausschlag fähig sind und sich gut beasten. Geschnittene Hecken können sehr schmal gehalten werden und benötigen verhältnismäßig wenig Raum.
=>  Ungiftige Arten:
- Hainbuche (Carpinus betulus): anspruchslos, hitze- und trockenheitstolerant, behält im Winter das vertrocknete Laub;
- Weißdorn (Crataegus monogyna): anspruchslos, lässt sich gut zurückschneiden, erträgt auch einen Totalschnitt, kann von Feuerbrand befallen werden;
- Feldahorn (Acer campestre): für jeden Boden, auch schattenverträglich, raschwüchsig, auch für Heckentore oder Heckenlauben geeignet, mindestens zweimal pro Jahr schneiden;
- Fichte (Picea abies): immergrün, regelmäßiger Schnitt sehr wichtig, um die Hecke optisch ansprechend zu erhalten, nicht zu Stockausschlag fähig;
- Buche (Fagus sylvatica): mag lockeren Boden, etwas empfindlicher gegenüber Trockenheit und Staunässe, hohe Schattenverträglichkeit, wenig giftig.
=>  Giftige Arten:
- Liguster (Ligustrum vulgare): anspruchslos, Schatten ertragend, Hitze verträglich, raschwüchsig, gut für Formschnitt geeignet;
- Eibe (Taxus baccata): sehr robust, wächst auch auf nährstoffarmen Böden und an schattigen Stellen, verträgt auch einen radikalen Verjüngungsschnitt, immergrün, hochgiftig.
 
•   Freiwachsende Mischhecken sind abwechslungsreicher und vielseitiger als Schnitthecken. Sie sollten nicht in Reih und Glied gepflanzt, sondern unregelmäßig oder versetzt in zwei Reihen angelegt werden. Da unterschiedliche Straucharten unterschiedlich schnell wachsen, ist die Pflege komplizierter und aufwändiger. Vor allem langsam wachsende Arten sollten immer in Gruppen aus mehreren Exemplaren gepflanzt werden, damit sie nicht von schnell wachsenden Straucharten verdrängt werden. Bei der Artauswahl sind Blühabfolge, Fruchtschmuck und Herbstfärbung zu beachten. Kleinwüchsige und langsam wachsende Arten bevorzugt randlich pflanzen.
=>  Ungiftige und wenig giftige Arten:
- Schlehdorn (Prunus spinosa): anspruchslos, bildet Wurzelausläufer, Früchte nach den ersten Frösten essbar;
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea): anspruchslos, raschwüchsig, bildet Ausläufer, leicht giftig;
- Kornelkirsche (Cornus mas): anspruchslos, liebt warme Lagen, Früchte essbar;
- Hasel (Corylus avellana): anpassungsfähiger Strauch, bevorzugt aber Sonne oder Halbschatten, liefert essbare Haselnüsse;
- Eberesche, Vogelbeere (Sorbus aucuparia): anspruchslos, Beeren werden von vielen Vogelarten gefressen, kann auch in Schnitthecken verwendet werden, wird ohne Schnitt höher als die anderen Arten;
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): liebt nährstoffreiche Böden, Früchte gekocht essbar, leicht giftig;
- Berberitze (Berberis vulgaris): genügsam, Früchte essbar, leicht giftig (Rinde);
- Wildrosen (zB Echte Hundsrose Rosa canina, Weinrose Rosa rubiginosa oder Bibernellrose Rosa pimpinellifolia): durchlässiger Boden, sonniger Standort. Möglichst regionaltypische, autochthone Sorten erwerben, zB bei einem Biogärtner, der selbst vermehrt.
- Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum): anspruchsloser, robuster Kleinstrauch, langsamwüchsig, auch als niedrige, schnittfeste Formhecke gut verwendbar, Beeren essbar.
=>  Giftige Arten:
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus): wächst auf allen Gartenböden;
- Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus): liebt feuchte, nährstoffreiche Böden;
- Wolliger Schneeball (Viburnum lantana): wächst auch auf trockenen Böden, gute Staubfilter- und Lärmschutzwirkung;
- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum): wächst auf allen Böden, anspruchslos;
- Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): langsam wachsend, bevorzugt durchlässige Böden und ausreichend Licht;
- Faulbaum (Frangula alnus): schnell wachsender Großstrauch, wenig anspruchsvoll.
 
•   Zur kreativen Garten- und Spielplatzgestaltung können Weidenruten gesteckt werden. Am besten eignen sich schmalblättrige, strauchförmige Arten. Sie eignen sich perfekt für Tunnel, nachwachsende Gartenlauben, lebende Zäune oder grüne Überdachungen. Zu berücksichtigen ist, dass Weiden sehr rasch wachsen und entsprechend Raum benötigen.
 
•   Auch Beerensträucher wie Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren können in Heckenform gepflanzt werden und eine interessante Bereicherung des Gartens darstellen, über die sich bei naturnaher Pflege Wildtiere genauso wie der Mensch freuen. Dabei sollten möglichst regionaltypische, alte Sorten gewählt werden. Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle Sorten gleichzeitig reifen.
 
 
Tipps zur Heckenpflege
 
•   Schnitthecken müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie ihre Form behalten. Die Sträucher sollten in Trapezform geschnitten werden, dh unten immer etwas breiter sein als oben. Dadurch erhalten auch die unteren Äste ausreichend Licht und verkahlen nicht. Auch frei wachsende Hecken müssen zurückgeschnitten werden, um ihre Vitalität und Blühfreudigkeit zu erhalten. Dabei werden überschüssige Triebe entfernt, zu lange Äste eingekürzt und zu dichte Sträucher ausgelichtet. Gehölze, die zu Stockausschlag fähig sind, können zur Verjüngung auch „auf Stock gesetzt“ werden, indem sie auf eine Höhe zwischen 30 und 50 cm zurückgestutzt werden. Schnittmaßnahmen sollten möglichst nicht während der Brutzeit der Vögel erfolgen.
 
•   Eine regelmäßige Düngung ist bei Gehölzen nicht notwendig. Durch ihr leistungsstarkes Wurzelsystem können sie Nährstoffe sehr gut aufschließen. Wird das Laub im Herbst unter den Sträuchern liegen gelassen, fördert dies den natürlichen Nährstoffkreislauf.
 
•   Auch Gießen ist bei Hecken im Normalfall nicht nötig. Nur im ersten Jahr, wenn die Sträucher noch nicht richtig angewachsen sind, muss in Trockenperioden bewässert werden.
 
•   Die beste Pflanzzeit für Laub abwerfende Gehölze ist Oktober bis November oder März bis April. Immergrüne Gehölze sollten möglichst schon von August bis September gepflanzt werden, damit sie sich vor den Winter noch gut einwurzeln können. Die Pflanzgrube sollte mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Die Erde in der Pflanzgrube auflockern und eventuell mit etwas Kompost verbessern. Nach dem Pflanzen den Strauch gut eingießen. Den Pflanzabstand an Wuchsform, Wachstumsgeschwindigkeit und durchschnittliche Größe der gepflanzten Straucharten anpassen. Enger gepflanzte Hecken werden schneller dicht, müssen aber häufiger verjüngt werden.
 
 
Unterlagen / Links
 
R. Gaber (2004): Bäume, Sträucher & Co. Der NÖ Naturgarten-Ratgeber Natur im Garten – Gesund halten, was uns gesund hält 7, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung, St. Pölten, 31 S., Download Download pdf (1.546 kb)
S. Meyer (2010): Stichwort Wildsträucher. öko-forum Stadt Luzern, 43 S., Download pdf (836kb)
I. Tributsch (2007): Laubhecken. die umweltberatung, Wien, Download pdf (709 kb)
Amt der Vorarlberger Landesregierung (2010): Der Natur zuliebe ... Heimische, standortgerechte Bäume und Sträucher. Amt der Vorarlberger Landesregierung - Abteilung Umweltschutz (IVe), Bregenz, Download pdf (7.650 kb)
G. Dietrich (2006): Hecken für naturnahe Gärten. Garten kurz & gut, Österreichischer Agrarverlag, 80 S.
G. Hüfing (2009): Tipps zur Pflanzung von Baum und Strauch. Gut gepflanzt ist halb gewachsen. die umweltberatung, Wien, Download pdf (310 kb)
P. Kindler (2001): Schnitt von Sträuchern und Hecken in Siedlungen: wann und wie? Merkblatt für die Vogelschutzpraxis, SVS & Schweizerische Vogelwarte, Download pdf (254 kb)
S. Meyer (2010): Stichwort Bauen mit Weiden. öko-forum Stadt Luzern, 15 S. Download pdf (1.107 kb)
Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege (2002): Bauen mit Weiden. Merkblatt Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege, München, www.gartenbauvereine.org/texte/merkinfo/m_bauen_mit_weiden. html
G. Hüfing (2011): Weidenhäuser beleben den Garten. Gartengestaltung mit dem lebenden Baustoff Weidenruten. die umweltberatung, Wien, Download pdf (420 kb)
 
 
letzte Änderung September 2009, © UMG
 
   

 
 
Gartenhecken
Heimische Sträucher fördern die Artenvielfalt
 
Sicht- und Windschutz, Grundgrenze, Gestaltungselement, Lebensraum - Hecken erfüllen viele Funktionen. In Gärten und Parks werden besondere Anforderungen an Hecken gestellt: Der Platz ist meist begrenzt; gerade in der Umgebung von Spielplätzen oder Kindergärten muss auf giftige Sträucher verzichtet werden. Dies schränkt die Auswahl geeigneter Gehölze ein.
Statt streng geschnittener Thujen- oder Kirschlorbeerhecken – übrigens beide giftig – sind möglichst heimische Sträucher zu pflanzen, die der Tierwelt vor Ort Nahrung und Deckung bieten. Heimische Wildsträucher stecken nicht nur voller Leben, sie sind meist auch weniger anspruchsvoll als ihre exotischen Verwandten (weitere Informationen).
 
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze
 
 
Funktionen von Hecken
 
Hecken sind wichtige Elemente zur Gestaltung des Gartens. Sie erfüllen vielfältige Funktionen.
 
•   Begrenzung: Hecken dienen als grüne Zäune und begrenzen Flächen. Nicht nur dichte Hecken, auch locker gepflanzte Sträucher können unterschiedlich genutzte Gartenbereiche trennen.
 
•   Sichtschutz: Dichte und hohe Hecken bieten im Sommer perfekten Sichtschutz. Soll die Hecke auch im Winter vor störenden Blicken schützen - wenn die Gärten allerdings wenig genutzt werden - sind Hecken aus immergrünen Arten notwendig.
 
•   Windschutz: Hecken bremsen den Wind. Im Gegensatz zu einer für den Wind vollständig undurchlässigen Mauer entstehen bei einer Hecke keine Windwirbel.
 
•   Staubfilter: Hecken filtern Staub. Besonders wirksam sind weichblättrige, behaarte Laubgehölze. Zu hohe Staubbelastung schädigt die Sträucher allerdings und führt zu schütteren Hecken.
 
•   Schallschutz: Dichte Hecken können Straßenlärm etwas abschwächen und erträglicher machen. Mit einer Lärmschutzwand können sie allerdings nicht mithalten. Für den Effekt einer 2 m hohen Lärmschutzwand müsste eine Hecke 25 m breit sein.
 
•   Lebensraum: Für die Tierwelt sind vor allem Hecken aus heimischen Straucharten wertvoll. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf.
 
 
Gehölzauswahl
 
Aus ökologischen Erwägungen sollten bei der Pflanzung von Hecken heimische Arten bevorzugt werden. Die unterschiedlichen Standortansprüche der verschiedenen Sträucher an Boden, Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. In undurchdringlichen "Dornendickichten" finden Wildtiere katzensichere Versteck- und Brutmöglichkeiten. Im Zusammenhang mit Kindern, zB bei Spielplätzen, ist die Giftigkeit der gepflanzten Gehölze ein wichtiger Faktor (=> Giftpflanzen in Gärten und Grünanlagen (LWG, 771 kb), Giftpflanzen - Ein Begleiter für Eltern und Interessierte (Salzburger Bildungswerk, 1.685 kb).
 
•   Für Schnitthecken eignen sich vor allem langsam und dicht wachsende Straucharten, die zu Stockausschlag fähig sind und sich gut beasten. Geschnittene Hecken können sehr schmal gehalten werden und benötigen verhältnismäßig wenig Raum.
=>  Ungiftige Arten:
- Hainbuche (Carpinus betulus): anspruchslos, hitze- und trockenheitstolerant, behält im Winter das vertrocknete Laub;
- Weißdorn (Crataegus monogyna): anspruchslos, lässt sich gut zurückschneiden, erträgt auch einen Totalschnitt, kann von Feuerbrand befallen werden;
- Feldahorn (Acer campestre): für jeden Boden, auch schattenverträglich, raschwüchsig, auch für Heckentore oder Heckenlauben geeignet, mindestens zweimal pro Jahr schneiden;
- Fichte (Picea abies): immergrün, regelmäßiger Schnitt sehr wichtig, um die Hecke optisch ansprechend zu erhalten, nicht zu Stockausschlag fähig;
- Buche (Fagus sylvatica): mag lockeren Boden, etwas empfindlicher gegenüber Trockenheit und Staunässe, hohe Schattenverträglichkeit, wenig giftig.
=>  Giftige Arten:
- Liguster (Ligustrum vulgare): anspruchslos, Schatten ertragend, Hitze verträglich, raschwüchsig, gut für Formschnitt geeignet;
- Eibe (Taxus baccata): sehr robust, wächst auch auf nährstoffarmen Böden und an schattigen Stellen, verträgt auch einen radikalen Verjüngungsschnitt, immergrün, hochgiftig.
 
•   Freiwachsende Mischhecken sind abwechslungsreicher und vielseitiger als Schnitthecken. Sie sollten nicht in Reih und Glied gepflanzt, sondern unregelmäßig oder versetzt in zwei Reihen angelegt werden. Da unterschiedliche Straucharten unterschiedlich schnell wachsen, ist die Pflege komplizierter und aufwändiger. Vor allem langsam wachsende Arten sollten immer in Gruppen aus mehreren Exemplaren gepflanzt werden, damit sie nicht von schnell wachsenden Straucharten verdrängt werden. Bei der Artauswahl sind Blühabfolge, Fruchtschmuck und Herbstfärbung zu beachten. Kleinwüchsige und langsam wachsende Arten bevorzugt randlich pflanzen.
=>  Ungiftige und wenig giftige Arten:
- Schlehdorn (Prunus spinosa): anspruchslos, bildet Wurzelausläufer, Früchte nach den ersten Frösten essbar;
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea): anspruchslos, raschwüchsig, bildet Ausläufer, leicht giftig;
- Kornelkirsche (Cornus mas): anspruchslos, liebt warme Lagen, Früchte essbar;
- Hasel (Corylus avellana): anpassungsfähiger Strauch, bevorzugt aber Sonne oder Halbschatten, liefert essbare Haselnüsse;
- Eberesche, Vogelbeere (Sorbus aucuparia): anspruchslos, Beeren werden von vielen Vogelarten gefressen, kann auch in Schnitthecken verwendet werden, wird ohne Schnitt höher als die anderen Arten;
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): liebt nährstoffreiche Böden, Früchte gekocht essbar, leicht giftig;
- Berberitze (Berberis vulgaris): genügsam, Früchte essbar, leicht giftig (Rinde);
- Wildrosen (zB Echte Hundsrose Rosa canina, Weinrose Rosa rubiginosa oder Bibernellrose Rosa pimpinellifolia): durchlässiger Boden, sonniger Standort. Möglichst regionaltypische, autochthone Sorten erwerben, zB bei einem Biogärtner, der selbst vermehrt.
- Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum): anspruchsloser, robuster Kleinstrauch, langsamwüchsig, auch als niedrige, schnittfeste Formhecke gut verwendbar, Beeren essbar.
=>  Giftige Arten:
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus): wächst auf allen Gartenböden;
- Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus): liebt feuchte, nährstoffreiche Böden;
- Wolliger Schneeball (Viburnum lantana): wächst auch auf trockenen Böden, gute Staubfilter- und Lärmschutzwirkung;
- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum): wächst auf allen Böden, anspruchslos;
- Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): langsam wachsend, bevorzugt durchlässige Böden und ausreichend Licht;
- Faulbaum (Frangula alnus): schnell wachsender Großstrauch, wenig anspruchsvoll.
 
•   Zur kreativen Garten- und Spielplatzgestaltung können Weidenruten gesteckt werden. Am besten eignen sich schmalblättrige, strauchförmige Arten. Sie eignen sich perfekt für Tunnel, nachwachsende Gartenlauben, lebende Zäune oder grüne Überdachungen. Zu berücksichtigen ist, dass Weiden sehr rasch wachsen und entsprechend Raum benötigen.
 
•   Auch Beerensträucher wie Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren können in Heckenform gepflanzt werden und eine interessante Bereicherung des Gartens darstellen, über die sich bei naturnaher Pflege Wildtiere genauso wie der Mensch freuen. Dabei sollten möglichst regionaltypische, alte Sorten gewählt werden. Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle Sorten gleichzeitig reifen.
 
 
Tipps zur Heckenpflege
 
•   Schnitthecken müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie ihre Form behalten. Die Sträucher sollten in Trapezform geschnitten werden, dh unten immer etwas breiter sein als oben. Dadurch erhalten auch die unteren Äste ausreichend Licht und verkahlen nicht. Auch frei wachsende Hecken müssen zurückgeschnitten werden, um ihre Vitalität und Blühfreudigkeit zu erhalten. Dabei werden überschüssige Triebe entfernt, zu lange Äste eingekürzt und zu dichte Sträucher ausgelichtet. Gehölze, die zu Stockausschlag fähig sind, können zur Verjüngung auch „auf Stock gesetzt“ werden, indem sie auf eine Höhe zwischen 30 und 50 cm zurückgestutzt werden. Schnittmaßnahmen sollten möglichst nicht während der Brutzeit der Vögel erfolgen.
 
•   Eine regelmäßige Düngung ist bei Gehölzen nicht notwendig. Durch ihr leistungsstarkes Wurzelsystem können sie Nährstoffe sehr gut aufschließen. Wird das Laub im Herbst unter den Sträuchern liegen gelassen, fördert dies den natürlichen Nährstoffkreislauf.
 
•   Auch Gießen ist bei Hecken im Normalfall nicht nötig. Nur im ersten Jahr, wenn die Sträucher noch nicht richtig angewachsen sind, muss in Trockenperioden bewässert werden.
 
•   Die beste Pflanzzeit für Laub abwerfende Gehölze ist Oktober bis November oder März bis April. Immergrüne Gehölze sollten möglichst schon von August bis September gepflanzt werden, damit sie sich vor den Winter noch gut einwurzeln können. Die Pflanzgrube sollte mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Die Erde in der Pflanzgrube auflockern und eventuell mit etwas Kompost verbessern. Nach dem Pflanzen den Strauch gut eingießen. Den Pflanzabstand an Wuchsform, Wachstumsgeschwindigkeit und durchschnittliche Größe der gepflanzten Straucharten anpassen. Enger gepflanzte Hecken werden schneller dicht, müssen aber häufiger verjüngt werden.
 
 
Unterlagen / Links
 
R. Gaber (2004): Bäume, Sträucher & Co. Der NÖ Naturgarten-Ratgeber Natur im Garten – Gesund halten, was uns gesund hält 7, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung, St. Pölten, 31 S., Download Download pdf (1.546 kb)
S. Meyer (2010): Stichwort Wildsträucher. öko-forum Stadt Luzern, 43 S., Download pdf (836kb)
I. Tributsch (2007): Laubhecken. die umweltberatung, Wien, Download pdf (709 kb)
Amt der Vorarlberger Landesregierung (2010): Der Natur zuliebe ... Heimische, standortgerechte Bäume und Sträucher. Amt der Vorarlberger Landesregierung - Abteilung Umweltschutz (IVe), Bregenz, Download pdf (7.650 kb)
G. Dietrich (2006): Hecken für naturnahe Gärten. Garten kurz & gut, Österreichischer Agrarverlag, 80 S.
G. Hüfing (2009): Tipps zur Pflanzung von Baum und Strauch. Gut gepflanzt ist halb gewachsen. die umweltberatung, Wien, Download pdf (310 kb)
P. Kindler (2001): Schnitt von Sträuchern und Hecken in Siedlungen: wann und wie? Merkblatt für die Vogelschutzpraxis, SVS & Schweizerische Vogelwarte, Download pdf (254 kb)
S. Meyer (2010): Stichwort Bauen mit Weiden. öko-forum Stadt Luzern, 15 S. Download pdf (1.107 kb)
Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege (2002): Bauen mit Weiden. Merkblatt Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege, München, www.gartenbauvereine.org/texte/merkinfo/m_bauen_mit_weiden.html
G. Hüfing (2011): Weidenhäuser beleben den Garten. Gartengestaltung mit dem lebenden Baustoff Weidenruten. die umweltberatung, Wien, Download pdf (420 kb)  
 

 


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www.naturtipps.com/gartenhecken.html
Stand September 2009