Bäume in der Stadt
Natur im Siedlungsraum
 
 
Bäume zählen zu den prägenden Landschaftselementen im Freiraum und im Siedlungsraum. Pflanzung und Erhaltung von Hofbäumen, Alleen und Parkbäumen ist ein wichtiger Beitrag zur Naturentwicklung im Siedlungsraum. Große und alte Bäume sind ökologisch besonders wertvoll und werden von einer Vielzahl an Tieren, Pilzen, Flechten und Moosen bewohnt.
 
 
Stadtbäume pflanzen
 
•   Nicht jeder Baum ist für jeden Standort geeignet – bei der Baumauswahl den künftigen Raumbedarf, also die zu erwartende Größe und die Standortansprüche berücksichtigen. Ein Baum benötigt nicht nur ausreichend Platz für seine Krone, sondern auch für seine Wurzeln. Ein häufiger Fehler ist die Pflanzung von zu hochwüchsigen Bäumen an zu kleinen Standorten, wodurch nach zehn oder zwanzig Jahren ein radikaler Rückschnitt erforderlich wird, der nicht nur kostenintensiv ist, sondern auch optisch störend wirkt.
 
•   Auch wenn im Siedlungsgebiet exotische Arten ihre Berechtigung haben, sollten wenn immer möglich heimische Arten verwendet werden. Einer der am häufigsten gepflanzten Stadtbäume, die Platane, ist aus der Kreuzung einer nordamerikanischen und orientalischen Art entstanden. Auch die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Osteuropa und Vorderasien.
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze
 
•   Die unversiegelte Bodenfläche sollte bei größeren Bäumen mindestens 9 m² umfassen. Das Bodensubstrat muss gut durchwurzelbar sein und sollte einen hohen Anteil an Sand und Grobmaterial (Kies, Steine) aufweisen. An Standorten mit schlechten, stark verdichteten Böden ist ein großräumiger Bodenaustausch nötig, damit sich die Wurzeln ausbreiten können und der Baum gut im Boden verankert ist. Die Baumscheibe, also der Bereich um den Stammfuß, muss vor Verdichtung (zB durch parkende Autos, regelmäßiges Betreten) geschützt werden, damit der Wurzelraum ausreichend mit Wasser und Luft versorgt wird. Dies lässt sich zB durch Absperrungen oder Baumscheibensysteme bewerkstelligen.
 
•   Baumkronen regelmäßig pflegen und fachgerecht schneiden. Den Baum nicht durch Kronenkappung und Schnitte im Starkastbereich „verstümmeln“, sondern das arttypische Erscheinungsbild des Baums erhalten. Schnittmaßnahmen sind Verletzungen – sie deshalb so durchführen, dass die Schäden möglichst gering bleiben. Wird während der Vegetationsperiode zurück geschnitten, schottet der Baum die Schnittfläche rasch ab und überwallt sie. Bäume niemals während anhaltendem Frost schneiden.
 
•   Frisch verpflanzte Jungbäume sollten durch Stangen gestützt werden. Die Befestigung kann mit elastischem Bindematerial oder mit einem Kokosstrick erfolgen. Ein Sonnenschutz aus Schilfmatten oder in Form eines weißen Anstrichs mit einer speziellen Baumfarbe verhindert Rindenschäden durch Überhitzung und ist ganz besonderes bei dünnborkigen Arten wie Ahorn, Buche oder Linde wichtig. Auch ältere Bäume sind durch thermische Rindenschäden gefährdet, wenn der Stamm plötzlich freigestellt wird. An Siedlungsrändern ist manchmal ein Verbissschutz nötig (Drahtgitter, Kunststoffummantelung, chemische Mittel). Während der Vegetationsperiode müssen Jungbäume regelmäßig gewässert werden.
 
•   Bäume vor Streusalz schützen: Streusalz verdichtet den Boden, vermindert die Bodendurchlüftung, verdrängt wichtige Nährstoffe und erhöht den pH-Wert. Bäume lagern das aufgenommene Salz in den Blättern ab, wo es Pflanzenschäden verursacht und zu vorzeitigem Laubfall führt. Damit das Salz nicht erneut in den Boden gelangt, sollte bei Salzschäden das abgefallene Laub unbedingt entfernt werden!
=> mehr zum Thema Einsatz von Streusalz im Winterdienst
 
•   Unter und um den Baum möglichst keine Rasenfläche anlegen. Der dichte Rasen saugt Niederschlagswasser sehr rasch auf und verdunstet es wieder. Nur ein Bruchteil des Wassers versickert in den Wurzelraum des Baums. Alternativen sind die Ansaat heimischer Wildstauden oder Kleinsträucher. Bei der Pflanzung ist Vorsicht geboten, denn zum Schutz der Wurzeln darf der Boden unter dem Baum nicht umgegraben werden! Am besten daher die Unterpflanzung gemeinsam mit der Pflanzung des Baums vornehmen.
Die Baumscheibe kann auch mit Kies oder Mulchmaterial abgedeckt werden. Dadurch wird die Verdunstung reduziert und das Aufkommen von „Unkräutern“ unterdrückt. Herbstlaub ergibt gutes Mulchmaterial. Auch Stroh oder kompostierter Rindenmulch sind geeignet. Grasschnitt darf nur dünn – maximal 3 cm stark – aufgebracht werden; um dem Stamm angehäufter Grasschnitt kann zu Rindenschäden führen. Aus ökologischer Sicht ist oft am besten, unter den Bäumen gar nichts zu tun und so Raum für das spontane Aufkommen von „Dorfpflanzen“ zu schaffen.
=> mehr zum Thema Ruderalflächen
 
•   Bäume reagieren empfindlich auf Veränderungen ihres Standorts, ganz besonders im Bereich des Oberbodens, in dem sich die Feinwurzeln befinden. Grabungsarbeiten, Bodenversiegelung, aber auch Veränderungen der Unterpflanzung können Bäume schwächen. Bei Bauvorhaben sind daher Maßnahmen zum Schutz der Bäume zu treffen, um Beschädigungen der Krone und der Wurzeln zu vermeiden (zB Abzäunen, stabile Abplankung, händisches Graben im Wurzelbereich, keine Lagerung von Baumaterialen unter dem Baum). Frei gelegte Wurzeln sterben sehr schnell ab – dadurch kann der Baum nachhaltig geschädigt werden.
=> mehr zum Thema Baustellen und Naturschutz
 
•   Kranke, absterbende Bäume sind aus ökologischer Sicht wertvoll. Auch Höhlen und Stammrisse sollten nicht verschlossen, sondern als Nistmöglichkeit für Vögel und Fledermäuse solange als möglich erhalten werden. Wenn aus Sicherheitsgründen tolerierbar, sollten sogar abgestorbene Bäume stehen gelassen werden.
=> mehr zum Thema Neues Leben aus totem Holz
 
 
Alleen erhalten
 
In vielen Regionen haben Alleen, also Baumreihen entlang von Straßen, eine lange Tradition. Die Bäume wurden früher vielfältig genutzt. Sie lieferten Wert- und Brennholz, Laub als Futter oder Einstreu für das Vieh, Reisig für Besen und Flechtarbeiten und im Fall von Obstalleen auch Früchte. Darüber hinaus stabilisierten die Wurzeln die Straßenränder, zudem spendeten die Bäume Schatten. Die Alleen gehörten nicht nur den Einheimischen, auch Reisende durften vielfach ihr Vieh unter den Bäumen weiden lassen. Heute sind viele der einst zahlreichen Alleen verschwunden, sind der Motorisierung der Landschaft zum Opfer gefallen. Gerade deshalb sind Allen heute wertvoll, weil sie Grün in und um Stadt und Dorf schaffen.
 
•   Alleen reduzieren die Windgeschwindigkeit und damit auch Schneeverwehungen.
 
•   Allen bereichern das Landschaftsbild und bringen Natur in den Siedlungsraum.
 
•   In der intensiv genutzten Agrarlandschaft sind Alleen wertvolle Strukturelemente, die Rückzugsraum für viele Tiere bieten.
 
•   Wie alle Bäume im Siedlungsgebiet müssen auch Alleebäume gepflegt werden. Entlang von Straßen ist dies besonders wichtig, um Sturm- und Schneebruch und ein Herabfallen von Ästen auf die Fahrbahn zu vermeiden. Die Bäume regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand überprüfen! Alleen rechtzeitig erneuern.
 
•   Alleebäume nicht zu eng aneinander pflanzen – ist der Abstand zu gering, verhalten sich die Kronen der Bäume nämlich wie eine einzige große Krone. Das ist unproblematisch, solange jeder Baum seinen Nachbar hat; fallen Bäume jedoch aus, ändern sich die Verhältnisse schlagartig. Damit sich stabile Kronen entwickeln, ist ein Pflanzabstand von 10 bis 12 m empfehlenswert.
 
•   Bei der Neuanlage von Alleen sollten regionaltypische und standortgerechte Bäume gewählt werden.
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze
 
 
Unterlagen / Links
 
Amt der NÖ Landesregierung - Abteilung Naturschutz (2008): Baumschutz und Baumpflege. Leitfaden zur Baumartenauswahl, Baumstandorte in Dorf und Stadt, Jungbaumpflege, Baumschutz an Baustellen. Naturschutz Niederösterreich, St. Pölten, 50 S.
G. Nikodem (2003): Moderne Baumpflege. Ein Leitfaden für einen nachhaltigen Umgang mit den Bäumen in Stadt und Gemeinde. Verlag der Grünen Bildungswerkstadt OÖ, Schwanenstadt, 58 S., Download pdf (3.959 kb)
Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.) (2012): Artenschutzbelange bei Baumpflege und Baumfällungen. Landeshauptstadt Dresden, Dresden, 21 S., Download pdf (2.085 kb)
M. Dietz, K. Schieber & C. Mehl-Rouschal (2013): Entwicklung eines Leitfadens zum Erhalt eines wertvollen Lebensraumes in Parks und Stadtwäldern unter Berücksichtigung der Verkehrssicherung. Umweltamt Stadt Frankfurt am Main, Teil 1 Projektbericht (pdf 6.336 kb), Teil 2 Leitfaden (pdf 4.496 kb)
M. Wäldchen & H. Breloer – Praxis der Baumbeurteilung: www.gebruederwaeldchen.de
L. Juillerat & M. Vögeli (2006): Pflege alter Bäume zum Erhalt der Totholzkäfer im Stadtgebiet. Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF), Neuchâtel, 20 S., Download pdf (15.707 kb)
U. Lederbogen (1994): Kleiner Leitfaden zu Baumschutz - Baumpflege, NVN/BSH Merkblatt 44, Naturschutzverband Niedersachsen & Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems, Download pdf (2.368 kb)
P. Menke, J. Peters, J. Bauer, J. Rohrbach, A. Kipar& K.-F. Ley: Bäume in der Stadt. Wertvolle Gestalten im öffentlichen Grün. Stiftung Die grüne Stadt, 41 S., Download pdf (2.085 kb)
P. Kurz & M. Machatschek (2008): Alleebäume. Wenn Bäume ins Holz, ins Laub und in die Frucht wachsen sollen. Grüne Reihe des Lebensministeriums 16, Böhlau-Verlag, Wien, 320 S.
Arbeitsplattform für Bäume im Stadtbereich: www.stadtbaum.at
H. Stobbe, A. Schneidewind & D. Dujesiefken (2008): Stammschutz an Jungbäumen - Stand des Wissens. Pro Baum 2008 (3): 6-9, Download pdf (398 kb)
A. Ringler & W. Siess (1995): Lebensraumtyp Einzelbäume und Baumgruppen. Landschafspflegekonzept Bayern Band II.14. Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung um Umweltfragen (StMLU) und Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), München, 188 S.
H. Read (2000): Veteran Trees: A guide to good management. English Nature, Peterborough, 176 S., Download auf publications.naturalengland.org.uk
 
 
letzte Änderung November 2008, © UMG
 
   

 
 
Bäume in der Stadt
Natur im Siedlungsraum
 
Bäume zählen zu den prägenden Landschaftselementen im Freiraum und im Siedlungsraum. Pflanzung und Erhaltung von Hofbäumen, Alleen und Parkbäumen ist ein wichtiger Beitrag zur Naturentwicklung im Siedlungsraum. Große und alte Bäume sind ökologisch besonders wertvoll und werden von einer Vielzahl an Tieren, Pilzen, Flechten und Moosen bewohnt.
 
 
Stadtbäume pflanzen
 
•   Nicht jeder Baum ist für jeden Standort geeignet – bei der Baumauswahl den künftigen Raumbedarf, also die zu erwartende Größe und die Standortansprüche berücksichtigen. Ein Baum benötigt nicht nur ausreichend Platz für seine Krone, sondern auch für seine Wurzeln. Ein häufiger Fehler ist die Pflanzung von zu hochwüchsigen Bäumen an zu kleinen Standorten, wodurch nach zehn oder zwanzig Jahren ein radikaler Rückschnitt erforderlich wird, der nicht nur kostenintensiv ist, sondern auch optisch störend wirkt.
 
•   Auch wenn im Siedlungsgebiet exotische Arten ihre Berechtigung haben, sollten wenn immer möglich heimische Arten verwendet werden. Einer der am häufigsten gepflanzten Stadtbäume, die Platane, ist aus der Kreuzung einer nordamerikanischen und orientalischen Art entstanden. Auch die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Osteuropa und Vorderasien.
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze
 
•   Die unversiegelte Bodenfläche sollte bei größeren Bäumen mindestens 9 m² umfassen. Das Bodensubstrat muss gut durchwurzelbar sein und sollte einen hohen Anteil an Sand und Grobmaterial (Kies, Steine) aufweisen. An Standorten mit schlechten, stark verdichteten Böden ist ein großräumiger Bodenaustausch nötig, damit sich die Wurzeln ausbreiten können und der Baum gut im Boden verankert ist. Die Baumscheibe, also der Bereich um den Stammfuß, muss vor Verdichtung (zB durch parkende Autos, regelmäßiges Betreten) geschützt werden, damit der Wurzelraum ausreichend mit Wasser und Luft versorgt wird. Dies lässt sich zB durch Absperrungen oder Baumscheibensysteme bewerkstelligen.
 
•   Baumkronen regelmäßig pflegen und fachgerecht schneiden. Den Baum nicht durch Kronenkappung und Schnitte im Starkastbereich „verstümmeln“, sondern das arttypische Erscheinungsbild des Baums erhalten. Schnittmaßnahmen sind Verletzungen – sie deshalb so durchführen, dass die Schäden möglichst gering bleiben. Wird während der Vegetationsperiode zurück geschnitten, schottet der Baum die Schnittfläche rasch ab und überwallt sie. Bäume niemals während anhaltendem Frost schneiden.
 
•   Frisch verpflanzte Jungbäume sollten durch Stangen gestützt werden. Die Befestigung kann mit elastischem Bindematerial oder mit einem Kokosstrick erfolgen. Ein Sonnenschutz aus Schilfmatten oder in Form eines weißen Anstrichs mit einer speziellen Baumfarbe verhindert Rindenschäden durch Überhitzung und ist ganz besonderes bei dünnborkigen Arten wie Ahorn, Buche oder Linde wichtig. Auch ältere Bäume sind durch thermische Rindenschäden gefährdet, wenn der Stamm plötzlich freigestellt wird. An Siedlungsrändern ist manchmal ein Verbissschutz nötig (Drahtgitter, Kunststoffummantelung, chemische Mittel). Während der Vegetationsperiode müssen Jungbäume regelmäßig gewässert werden.
 
•   Bäume vor Streusalz schützen: Streusalz verdichtet den Boden, vermindert die Bodendurchlüftung, verdrängt wichtige Nährstoffe und erhöht den pH-Wert. Bäume lagern das aufgenommene Salz in den Blättern ab, wo es Pflanzenschäden verursacht und zu vorzeitigem Laubfall führt. Damit das Salz nicht erneut in den Boden gelangt, sollte bei Salzschäden das abgefallene Laub unbedingt entfernt werden!
=> mehr zum Thema Einsatz von Streusalz im Winterdienst
 
•   Unter und um den Baum möglichst keine Rasenfläche anlegen. Der dichte Rasen saugt Niederschlagswasser sehr rasch auf und verdunstet es wieder. Nur ein Bruchteil des Wassers versickert in den Wurzelraum des Baums. Alternativen sind die Ansaat heimischer Wildstauden oder Kleinsträucher. Bei der Pflanzung ist Vorsicht geboten, denn zum Schutz der Wurzeln darf der Boden unter dem Baum nicht umgegraben werden! Am besten daher die Unterpflanzung gemeinsam mit der Pflanzung des Baums vornehmen.
Die Baumscheibe kann auch mit Kies oder Mulchmaterial abgedeckt werden. Dadurch wird die Verdunstung reduziert und das Aufkommen von „Unkräutern“ unterdrückt. Herbstlaub ergibt gutes Mulchmaterial. Auch Stroh oder kompostierter Rindenmulch sind geeignet. Grasschnitt darf nur dünn – maximal 3 cm stark – aufgebracht werden; um dem Stamm angehäufter Grasschnitt kann zu Rindenschäden führen. Aus ökologischer Sicht ist oft am besten, unter den Bäumen gar nichts zu tun und so Raum für das spontane Aufkommen von „Dorfpflanzen“ zu schaffen.
=> mehr zum Thema Ruderalflächen<
 
•   Bäume reagieren empfindlich auf Veränderungen ihres Standorts, ganz besonders im Bereich des Oberbodens, in dem sich die Feinwurzeln befinden. Grabungsarbeiten, Bodenversiegelung, aber auch Veränderungen der Unterpflanzung können Bäume schwächen. Bei Bauvorhaben sind daher Maßnahmen zum Schutz der Bäume zu treffen, um Beschädigungen der Krone und der Wurzeln zu vermeiden (zB Abzäunen, stabile Abplankung, händisches Graben im Wurzelbereich, keine Lagerung von Baumaterialen unter dem Baum). Frei gelegte Wurzeln sterben sehr schnell ab – dadurch kann der Baum nachhaltig geschädigt werden.
=> mehr zum Thema Baustellen und Naturschutz
 
•   Kranke, absterbende Bäume sind aus ökologischer Sicht wertvoll. Auch Höhlen und Stammrisse sollten nicht verschlossen, sondern als Nistmöglichkeit für Vögel und Fledermäuse solange als möglich erhalten werden. Wenn aus Sicherheitsgründen tolerierbar, sollten sogar abgestorbene Bäume stehen gelassen werden.
=> mehr zum Thema Neues Leben aus totem Holz
 
 
Alleen erhalten
 
In vielen Regionen haben Alleen, also Baumreihen entlang von Straßen, eine lange Tradition. Die Bäume wurden früher vielfältig genutzt. Sie lieferten Wert- und Brennholz, Laub als Futter oder Einstreu für das Vieh, Reisig für Besen und Flechtarbeiten und im Fall von Obstalleen auch Früchte. Darüber hinaus stabilisierten die Wurzeln die Straßenränder, zudem spendeten die Bäume Schatten. Die Alleen gehörten nicht nur den Einheimischen, auch Reisende durften vielfach ihr Vieh unter den Bäumen weiden lassen. Heute sind viele der einst zahlreichen Alleen verschwunden, sind der Motorisierung der Landschaft zum Opfer gefallen. Gerade deshalb sind Allen heute wertvoll, weil sie Grün in und um Stadt und Dorf schaffen.
 
•   Alleen reduzieren die Windgeschwindigkeit und damit auch Schneeverwehungen.
 
•   Allen bereichern das Landschaftsbild und bringen Natur in den Siedlungsraum.
 
•   In der intensiv genutzten Agrarlandschaft sind Alleen wertvolle Strukturelemente, die Rückzugsraum für viele Tiere bieten.
 
•   Wie alle Bäume im Siedlungsgebiet müssen auch Alleebäume gepflegt werden. Entlang von Straßen ist dies besonders wichtig, um Sturm- und Schneebruch und ein Herabfallen von Ästen auf die Fahrbahn zu vermeiden. Die Bäume regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand überprüfen! Alleen rechtzeitig erneuern.
 
•   Alleebäume nicht zu eng aneinander pflanzen – ist der Abstand zu gering, verhalten sich die Kronen der Bäume nämlich wie eine einzige große Krone. Das ist unproblematisch, solange jeder Baum seinen Nachbar hat; fallen Bäume jedoch aus, ändern sich die Verhältnisse schlagartig. Damit sich stabile Kronen entwickeln, ist ein Pflanzabstand von 10 bis 12 m empfehlenswert.
 
•   Bei der Neuanlage von Alleen sollten regionaltypische und standortgerechte Bäume gewählt werden.
=> mehr zum Thema Heimische Gehölze
 
 
Unterlagen / Links
 
Amt der NÖ Landesregierung - Abteilung Naturschutz (2008): Baumschutz und Baumpflege. Leitfaden zur Baumartenauswahl, Baumstandorte in Dorf und Stadt, Jungbaumpflege, Baumschutz an Baustellen. Naturschutz Niederösterreich, St. Pölten, 50 S.
G. Nikodem (2003): Moderne Baumpflege. Ein Leitfaden für einen nachhaltigen Umgang mit den Bäumen in Stadt und Gemeinde. Verlag der Grünen Bildungswerkstadt OÖ, Schwanenstadt, 58 S., Download pdf (3.959 kb)
Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.) (2012): Artenschutzbelange bei Baumpflege und Baumfällungen. Landeshauptstadt Dresden, Dresden, 21 S., Download pdf (2.085 kb)
M. Dietz, K. Schieber & C. Mehl-Rouschal (2013): Entwicklung eines Leitfadens zum Erhalt eines wertvollen Lebensraumes in Parks und Stadtwäldern unter Berücksichtigung der Verkehrssicherung. Umweltamt Stadt Frankfurt am Main, Teil 1 Projektbericht (pdf 6.336 kb), Teil 2 Leitfaden (pdf 4.496 kb)
M. Wäldchen & H. Breloer – Praxis der Baumbeurteilung: www.gebruederwaeldchen.de
L. Juillerat & M. Vögeli (2006): Pflege alter Bäume zum Erhalt der Totholzkäfer im Stadtgebiet. Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF), Neuchâtel, 20 S., Download pdf (15.707 kb)
U. Lederbogen (1994): Kleiner Leitfaden zu Baumschutz – Baumpflege, NVN/BSH Merkblatt 44, Naturschutzverband Niedersachsen & Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems, Download pdf (2.368 kb)
P. Menke, J. Peters, J. Bauer, J. Rohrbach, A. Kipar& K.-F. Ley: Bäume in der Stadt. Wertvolle Gestalten im öffentlichen Grün. Stiftung Die grüne Stadt, 41 S., Download pdf (2.085 kb)
P. Kurz & M. Machatschek (2008): Alleebäume. Wenn Bäume ins Holz, ins Laub und in die Frucht wachsen sollen. Grüne Reihe des Lebensministeriums 16, Böhlau-Verlag, Wien, 320 S.
Arbeitsplattform für Bäume im Stadtbereich: www.stadtbaum.at
H. Stobbe, A. Schneidewind & D. Dujesiefken (2008): Stammschutz an Jungbäumen – Stand des Wissens. Pro Baum 2008 (3): 6-9, Download pdf (398 kb)
A. Ringler & W. Siess (1995): Lebensraumtyp Einzelbäume und Baumgruppen. Landschafspflegekonzept Bayern Band II.14. Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung um Umweltfragen (StMLU) und Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), München, 188 S.
H. Read (2000): Veteran Trees: A guide to good management. English Nature, Peterborough, 176 S., Download auf publications.naturalengland.org.uk  
 

 


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www.naturtipps.com/stadtbaeume.html
Stand November 2008