Natur- und Artenschutz beim Hausbau
Naturtipps für BauherrInen
 
 
Nichts hat unsere Landschaften so nachhaltig verändert wie die rasante Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten. Der Landschaftsverbrauch durch den Bau von Wohnhäusern und Betriebsgebäuden hat vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts in manchen Regionen dramatische Ausmaße erreicht. Die Folgen der Zersiedelung sind die Zerstörung von Lebensräumen, verbunden mit Artenverlusten, die nachteilige Veränderung des Landschaftsbildes sowie erhöhte Erschließungskosten und zunehmender Bedarf an Energie. Daher zählt die naturverträgliche Siedlungsentwicklung zu den wichtigsten Aufgaben der modernen Raumplanung. Dem Hauseigentümer bleibt die Möglichkeit, bei Renovierungen oder Neubauten stärker als bisher Aspekte des Natur- und Artenschutzes zu berücksichtigen.
 
 
Tipps für Hauseigentümer
 
•   Eine optimale Wärmedämmung ist heute selbstverständlich. Begrünte Dächer und Hauswände unterstützen die Dämmleistung und verbessern das Lokalklima. Schon die Begrünung eines Garagendachs, die sich meist einfacher umsetzen lässt als eine Dachbegrünung auf dem Wohnhaus, kann einen wertvollen Beitrag zur Dorfökologie leisten.
=> mehr zum Thema Gründächer
 
•   Bei der Verwendung von Holzschutzmitteln und Holzfarben ist besondere Sorgfalt erforderlich. Insektenbekämpfungsmittel können Fledermäuse schädigen, möglicherweise auch den Menschen. Holz lässt sich alternativ mit Heißluft oder durch Druckimprägnierung mit einer Salzlösung behandeln.
=> mehr zum Thema Schutz der Fledermäuse
 
•   Großflächige Fensterfronten sind eine Gefahrenquelle für Vögel. Kritisch sind vor allem gegenüberliegende Fensterfronten. Durch entsprechende Bauweisen, Gläser oder auch durch Jalousien kann diese Gefahrenquelle beseitigt werden.
=> mehr zum Thema Vogelschlag
 
•   Werden Regenrinnen, Kamine, Lüftungs- und Gebläseschächte mit Drahteinsätzen versehen, können sie nicht zur Falle für Vögel werden.
=> Vogelfalle Kamin (Merkblatt für die Vogelschutzpraxis, pdf 468 kb)
 
•   Zwischenräume zwischen Dämmplatten und Kelleraußenwänden sind für Amphibien, Eidechsen, Spitzmäuse und Käfer gefährlich und sollten daher mit Sand oder Kies verfüllt werden.
 
•   Im Außenbereich sind Gullys, Lichtschächte und Kellertreppen Fallen für Amphibien und andere Kleintiere. Entweder mit feinmaschigen Gittern abdecken oder eine Ausstiegshilfe (zB durch ein schräg ansteigendes Brett) anbieten.
 
•   Nisthilfen für Gebäude brütenden Vögel und Fledermäuse anbringen, Dachböden zugänglich machen.
=> mehr zum Thema Nisthilfen
 
•   Auf Beleuchtungen im Außenbereich wenn möglich verzichten – sie sind eine Gefahr für nachtaktive Insekten.
=> mehr zum Thema Lichtverschmutzung
 
•   Dachwässer nicht in die Kanalisation einleiten, sondern vor Ort versickern. Zu diesem Zweck können spezielle Feuchtbiotope angelegt werden, die zugleich den Garten ökologisch aufwerten. Regenwasser kann auch zum Bewässern des Gartens verwendet werden.
=> mehr zum Thema Regenwasser versickern
 
•   Verzicht auf Asphaltierung von Hof- und Gartenflächen. Für Zufahrten, Parkplätze oder Terrassen sind wasserdurchlässige Beläge wie Schotterrasen, Rasengittersteine, Rasenfugenpflaster, Holzpflaster oder Holzroste ökologische Alternativen, die ein Versickeren von Niederschlagswasser zulassen.
=> mehr zum Thema Flächen entsiegeln
 
•   Als Grundstücksumgrenzung sind Hecken, bodenfreie Holzzäune oder bunte Blumenstreifen ideal. Betonmauern und Maschendrahtzäune hingegen stellen für viele Tiere, zB Igel, Wanderhindernisse dar.
=> mehr zum Thema Gartenhecken
 
•   In einem naturnah gestalten Garten fühlen sich Pflanzen, Tiere und Menschen wohl.
=> mehr zum Thema Natur im Garten
=> mehr zum Thema Ökologische Gartenbewirtschaftung

=> mehr zum Thema Artenschutz an Gebäuden
=> mehr zum Thema Baustellen und Naturschutz
 
 
Unterlagen / Links
 
Bauen & Tiere - Wildtier im Siedlungsraum. Umsetzungshilfe für Baufachleute und Bauherren: www.bauen-tiere.ch
Pro Natura Seeland (Hrsg): Wildtiere im Siedlungsraum – Gefahren, Hindernisse, Lösungen. Download pdf (7.198 kb)
c. Haas & C. Rohr (2003): Hausbau und Garten. Der NÖ Naturgarten-Ratgeber Natur im Garten – Gesund halten, was uns gesund hält 12, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung, St. Pölten, Download pdf (255 kb)
Oberösterreichische Akademie für Umwelt und Natur (Hrsg.): Freiraumgestaltung im Wohnumfeld. Land Oberösterreich, Linz, 29 S., Download pdf (1.918 kb)
S. Gaus, S. Zumbach (2008): Amphibienschutz vor der Haustür. Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz karch, Neuchâtel, 10 S., Download pdf (1.131 kb)
H. Schmid, P. Waldburger & D. Heynen (2008): Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht. Schweizerische Vogelwarte, Sempach, 49 S., Download pdf (7.515 kb)
G. Hüfing & S. Jäger-Katzmann (2010): Tierfreundliche Gartenbeleuchtung. Lichtverschmutzung im Garten vermeiden. die umweltberatung. Wien, Download pdf (410 kb)
City of Toronto (2007): Bird-Friendly Development Guidlines, 42 S., Download pdf (8.165 kb)
B. Hass & P. Miehle (2009): Natürlich Bauen - Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen. UmweltWissen, Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Augsburg, 10 S., Download pdf (448 kb)
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern: Umweltverträgliches Bauen und gesundes Wohnen. Merkblatt Neubau, Merkblatt Bestand
Verein Region Bern (VRB): Ökologie am Bau. Empfehlung für die VRB-Gemeinden. Hochbau (pdf 3.552 kb), Umgebung (884 kb), Energie (176 kb), Reinigung von Gebäuden (443 kb)
 
 
letzte Änderung Mai 2008, © UMG
 
   

 
 
Natur- und Artenschutz beim Hausbau
Naturtipps für BauherrInen
 
Nichts hat unsere Landschaften so nachhaltig verändert wie die rasante Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten. Der Landschaftsverbrauch durch den Bau von Wohnhäusern und Betriebsgebäuden hat vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts in manchen Regionen dramatische Ausmaße erreicht. Die Folgen der Zersiedelung sind die Zerstörung von Lebensräumen, verbunden mit Artenverlusten, die nachteilige Veränderung des Landschaftsbildes sowie erhöhte Erschließungskosten und zunehmender Bedarf an Energie. Daher zählt die naturverträgliche Siedlungsentwicklung zu den wichtigsten Aufgaben der modernen Raumplanung. Dem Hauseigentümer bleibt die Möglichkeit, bei Renovierungen oder Neubauten stärker als bisher Aspekte des Natur- und Artenschutzes zu berücksichtigen.
 
 
Tipps für Hauseigentümer
 
•   Eine optimale Wärmedämmung ist heute selbstverständlich. Begrünte Dächer und Hauswände unterstützen die Dämmleistung und verbessern das Lokalklima. Schon die Begrünung eines Garagendachs, die sich meist einfacher umsetzen lässt als eine Dachbegrünung auf dem Wohnhaus, kann einen wertvollen Beitrag zur Dorfökologie leisten.
=> mehr zum Thema Gründächer
 
•   Bei der Verwendung von Holzschutzmitteln und Holzfarben ist besondere Sorgfalt erforderlich. Insektenbekämpfungsmittel können Fledermäuse schädigen, möglicherweise auch den Menschen. Holz lässt sich alternativ mit Heißluft oder durch Druckimprägnierung mit einer Salzlösung behandeln.
=> mehr zum Thema Schutz der Fledermäuse
 
•   Großflächige Fensterfronten sind eine Gefahrenquelle für Vögel. Kritisch sind vor allem gegenüberliegende Fensterfronten. Durch entsprechende Bauweisen, Gläser oder auch durch Jalousien kann diese Gefahrenquelle beseitigt werden.
=> mehr zum Thema Vogelschlag
 
•   Werden Regenrinnen, Kamine, Lüftungs- und Gebläseschächte mit Drahteinsätzen versehen, können sie nicht zur Falle für Vögel werden.
=> Vogelfalle Kamin (Merkblatt für die Vogelschutzpraxis, pdf 468 kb)
 
•   Zwischenräume zwischen Dämmplatten und Kelleraußenwänden sind für Amphibien, Eidechsen, Spitzmäuse und Käfer gefährlich und sollten daher mit Sand oder Kies verfüllt werden.
 
•   Im Außenbereich sind Gullys, Lichtschächte und Kellertreppen Fallen für Amphibien und andere Kleintiere. Entweder mit feinmaschigen Gittern abdecken oder eine Ausstiegshilfe (zB durch ein schräg ansteigendes Brett) anbieten.
 
•   Nisthilfen für Gebäude brütenden Vögel und Fledermäuse anbringen, Dachböden zugänglich machen.
=> mehr zum Thema Nisthilfen
 
•   Auf Beleuchtungen im Außenbereich wenn möglich verzichten – sie sind eine Gefahr für nachtaktive Insekten.
=> mehr zum Thema Lichtverschmutzung
 
•   Dachwässer nicht in die Kanalisation einleiten, sondern vor Ort versickern. Zu diesem Zweck können spezielle Feuchtbiotope angelegt werden, die zugleich den Garten ökologisch aufwerten. Regenwasser kann auch zum Bewässern des Gartens verwendet werden.
=> mehr zum Thema Regenwasser versickern
 
•   Verzicht auf Asphaltierung von Hof- und Gartenflächen. Für Zufahrten, Parkplätze oder Terrassen sind wasserdurchlässige Beläge wie Schotterrasen, Rasengittersteine, Rasenfugenpflaster, Holzpflaster oder Holzroste ökologische Alternativen, die ein Versickeren von Niederschlagswasser zulassen.
=> mehr zum Thema Flächen entsiegeln
 
•   Als Grundstücksumgrenzung sind Hecken, bodenfreie Holzzäune oder bunte Blumenstreifen ideal. Betonmauern und Maschendrahtzäune hingegen stellen für viele Tiere, zB Igel, Wanderhindernisse dar.
=> mehr zum Thema Gartenhecken
 
•   In einem naturnah gestalten Garten fühlen sich Pflanzen, Tiere und Menschen wohl.
=> mehr zum Thema Natur im Garten
=> mehr zum Thema Ökologische Gartenbewirtschaftung

=> mehr zum Thema Artenschutz an Gebäuden
=> mehr zum Thema Baustellen und Naturschutz
 
 
Unterlagen / Links
 
Bauen & Tiere - Wildtier im Siedlungsraum. Umsetzungshilfe für Baufachleute und Bauherren: www.bauen-tiere.ch
Pro Natura Seeland (Hrsg): Wildtiere im Siedlungsraum – Gefahren, Hindernisse, Lösungen. Download pdf (7.198 kb)
c. Haas & C. Rohr (2003): Hausbau und Garten. Der NÖ Naturgarten-Ratgeber Natur im Garten – Gesund halten, was uns gesund hält 12, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung, St. Pölten, Download pdf (255 kb)
Oberösterreichische Akademie für Umwelt und Natur (Hrsg.): Freiraumgestaltung im Wohnumfeld. Land Oberösterreich, Linz, 29 S., Download pdf (1.918 kb)
S. Gaus, S. Zumbach (2008): Amphibienschutz vor der Haustür. Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz karch, Neuchâtel, 10 S., Download pdf (1.131 kb)
H. Schmid, P. Waldburger & D. Heynen (2008): Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht. Schweizerische Vogelwarte, Sempach, 49 S., Download pdf (7.515 kb)
G. Hüfing & S. Jäger-Katzmann (2010): Tierfreundliche Gartenbeleuchtung. Lichtverschmutzung im Garten vermeiden. die umweltberatung. Wien, Download pdf (410 kb)
City of Toronto (2007): Bird-Friendly Development Guidlines, 42 S., Download pdf (8.165 kb)
B. Hass & P. Miehle (2009): Natürlich Bauen - Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen. UmweltWissen, Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Augsburg, 10 S., Download pdf (448 kb)
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern: Umweltverträgliches Bauen und gesundes Wohnen. Merkblatt Neubau, Merkblatt Bestand
Verein Region Bern (VRB): Ökologie am Bau. Empfehlung für die VRB-Gemeinden. Hochbau (pdf 3.552 kb), Umgebung (884 kb), Energie (176 kb), Reinigung von Gebäuden (443 kb)  
 

 


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www.naturtipps.com/hausbau.html
Stand Mai 2008