Nisthilfen für Insekten
Artenhilfe für Wildbienen und andere Hautflügler
 
 
Hautflügler sind nach den Käfern und Schmetterlingen die drittgrößte Insektengruppe. Zu ihnen zählen zB Wildbienen, Hummeln und Wespen. Die meisten Arten sind völlig harmlos und leisten wichtige Dienste als Pflanzenbestäuber und Schädlingsvertilger. Heute sind viele Arten gefährdet und stehen auf den Roten Listen. Neben Nutzungsintensivierungen und Umweltbelastungen durch Insektizide spielt auch der Rückgang geeigneter Nistplätze eine Rolle. An modernen Hausfassaden finden Mauerbienen und andere Hautflügler kaum Nischen und Fugen für ihre Nester. Auch morsche Bäume und alte Zaunpfähle sind in modernen Wohngebieten selten anzutreffen.
 
•   Nisthilfen für Insekten sind pflegeleicht und mit geringem Aufwand herzustellen. Sie machen aber nur Sinn, wenn in der Nähe naturnahe Flächen vorhanden sind, wo heimische Blütenpflanzen ausreichend Nahrung in Form von Nektar bieten. Da einige Arten bereits im März fliegen, sind auch Frühblüher wichtig.
 
•   Als Standort für Insekten-Nisthilfen sind gut besonnte und vor Regen geschützte Standorte, bevorzugt südwest- bis südostexponiert, im Siedlungsraum und der Kulturlandschaft geeignet.
 
 
Niströhren
 
•   Bambusrohe mit einem Innendurchmesser von 3 bis 20 mm bieten einfache Möglichkeiten, Niströhren für Hohlraumbewohner zu schaffen. Bambus wird hinter den Knoten abgesägt, so dass am hinteren Ende ein natürlicher Abschluss entsteht, der für die notwendige Dunkelheit sorgt. Am vorderen Ende hingegen sind die Rohre offen. Die Bambusstückchen können einzeln und waagrecht in Backsteinen oder als Bündel in Tonröhren, PVC-Rohren oder Konservendosen auslegt werden. Mit etwas Gips lassen sich die Stücke befestigen oder mit Hilfe von Lehm auf einem Brett in Etagen aufgestapeln.
 
•   Auch Schilfhalme sind geeignet. Da Schilf sehr dünnwandig ist, sollten die Bewohner im Winter vor hungrigen Vögeln geschützt werden. Dies erfolgt am besten durch Maschendraht oder Kunststoffnetze (Maschenweite 3x3 cm) im Abstand von 10 bis 20 cm vor den Niströhren.
 
•   Manche Wildbienen besiedeln auch leere Schneckenhäuser, zB von Weinberg- oder Schnirkelschnecken.
 
 
Nistblöcke
 
•   Zur Herstellung von Nistblöcken werden in gelagertes, entrindetes und chemisch unbehandeltes Hartholz (zB Eiche, Buche oder Esche) im Abstand von mindestens 2 cm Löcher mit einem Durchmesser zwischen 2 und 10 mm gebohrt.
 
•   Am besten ist es, verschiedene Durchmesser anzubieten, wobei die meisten Löcher zwischen 3 und 6 mm breit sein sollten.
 
•   Die Löcher müssen immer ins Längsholz (die Seite, auf der sich ursprünglich die Borke befand) gebohrt werden!
 
•   Die Nistgänge sollten mindestens 5 cm tief sein.
 
•   Die Oberfläche wird mit feinem Sandpapier geglättet, das Bohrmehl ausgeklopft und die Bohrlöcher von Holzfasern gereinigt.
 
•   Die Nisthölzer können in sonniger und wettergeschützter Lage an Gebäuden, Mauern, Pfosten und Bäumen montieren und wenn nötig, mit einem kleinen Regendach versehen werden. Wichtig ist, dass die Nistgänge waagrecht orientiert sind.
 
•   Auch Ziegel mit runden Löchern im Durchmesser von 5 bis 9 mm bieten Unterschlupf für Wildbienen und andere Insekten. Achtung: Loch- oder Hohlziegel sind ungeeignet! In Frage kommen Strangfalzziegel (zB Koramic, CREATON AG). Allenfalls können die Löcher mit einem Steinbohrer im Durchmesser etwas erweitert werden.
 
 
Niststängel
 
Manche Wildbienen nagen ihre Bruthöhlen in das weiche Mark abgebrochener oder abgeschnittener Stängel.
 
•   Für sie kann man im Herbst etwa 1 m lange Triebe von Brombeeren, Himbeeren, Holunder oder Heckenrosen schneiden, die Seitentriebe entfernen und an einem trockenen Ort den Winter über aufbewahren.
 
•   Im Mai werden die Stängel senkrecht oder leicht geneigt aufgestellt: Einfach in den Boden stecken oder einzeln oder in Bündeln an Stangen, Pfählen oder Zäunen festbinden.
 
•   Die Stängel müssen bis im folgenden Sommer unverändert belassen werden, da die Larven der Bienen im Stängel überwintern.
 
•   So manches Bienennest wird vor Zerstörung bewahrt, wenn verblühte Doldengewächse und Disteln stehen gelassen werden.
 
 
Totholz
 
Totholzbewohner benötigen abgestorbenes, morsches Holz.
 
•   Ihnen hilft, wenn man abgestorbene Bäume stehen lässt.
 
•   Ist das nicht möglich, können die Äste des abgestorbenen Baumes zu einem Haufen gestapelt und bis zur völligen Verrottung liegen gelassen werden.
 
•   Auch Baumstümpfe mit verrottenden Wurzeln oder alte, morsche Zaunpfähle sind Unterkunft für Totholz bewohnende Insekten.
 
•   Mit morschen Holzklötzen, Balken oder dicken Ästen werden Holz bewohnende Wildbienen in den Garten gelockt. Das Holz wird entweder einzeln aufgestellt oder als Stapel angeboten. Wichtig ist die Festigkeit des Morschholzes – weiches Moderholz und pulvriges Mulmholz sind nicht geeignet.
 
=> mehr zum Thema Neues Leben aus totem Holz
 
 
Lehmkisten und Sandhaufen
 
Im Boden nistende Arten unter den Wildbienen benötigen sandiges oder lehmiges Substrat. Sie besiedeln zum Beispiel sonnige, trockene Böschungen mit schütterem Bewuchs oder Mauern mit Lehm als Fugenfüllung.
 
•   Geeignete Nisthilfe sind zB 40 bis 60 cm lange Eternitkisten, die mindestens 15 cm hoch mit sandigem Lehm oder Löss gefüllt werden. Achtung: Das Material darf nicht zu hart sein; im trockenen Zustand sollte es sich mit dem Fingernagel leicht abschaben lassen. Anschließend werden mit einem Stöckchen kurze Gänge mit einem Durchmesser von 5 bis 8 mm Durchmesser gebohrt, um die Wilbienen anzulocken.
 
•   Diese „Mini-Steilwände“ werden an sonnigen, südexponierten Stellen, die vor Regen geschützt sind, aufgestellt.
 
•   Auch breite Fugen auf Wegen oder Plätzen, die mit Sand oder Lehm gefüllt sind, werden als Nistquartier genutzt.
 
•   Für manche Arten sind Hilfsmaßnahmen besonders einfach: Es genügt, Sandhaufen aufzuschütten und auf diese Weise Trockenstandorte zu schaffen. Wenn wenig Platz vorhanden ist, sind auch mit Sand gefüllte Blumentöpfe oder -kistchen geeignete Niststandorte.
 
 
Hummelkästen
 
Auch Hummeln leiden in unseren ausgeräumten Landschaften an „Wohnungsnot“. Hummelkästen können dann zum Artenschutz beitragen.
 
•   Da die ersten Hummelköniginnen schon früh im Jahr aus der Winterruhe erwachen, sollten die Kästen bis Ende Februar/Anfang März bezugsfertig sein.
 
•   Hummelnistkästen müssen so aufgestellt werden, dass sie vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt sind. Ideale sind halbschattige Standorte, die am Morgen von der Sonne beschienen werden, tagsüber aber im Schatten liegen. Das Einflugloch sollte sich nicht auf der Wetterseite befinden.
 
•   Hummelkästen werden meist aus Nadelholz gefertigt und sind etwa 40 x 40 x 40 cm groß. Sie weisen eine Landeplattform und meist einen kleinen Vorraum auf, der das Eindringen von Mäusen, Käfern, Wachs- oder Kuckucksmotten erschwert. Im Innenraum befindet sich ein geschlossener Pappkarton, der am Boden mit Kleintierstreu bedeckt ist. Eine Mulde mit unbehandelter Polsterwolle oder Moos unter einem Deckkarton dient als Nest. Ein leicht ansteigender Laufgang von 2 bis 3 cm Breite verbindet das Schlupfloch des Kartons mit dem Nistkastenausgang.
=>  Bauanleitungen: Aktion Hummelschutz, NABU, wildbienen. de, hummelfreund.com
 
•   Werden mehrere Kästen aufgestellt, erleichtern eine Markierung mit Farbe oder eine abwechslungsreiche Fluglochgestaltung den Hummeln die Orientierung. Hummeln sehen alle Farben mit der Ausnahme von Rot.
 
•   Hummelvölker sind "einjährig" und sterben im Herbst ab. Im Winter müssen die Kästen deshalb gründlich gereinigt und das Nistmaterial ausgetaucht werden.
 
•   Manchmal werden auch unterirdische Hummelnisthilfen empfohlen. Sie sind sehr umstritten, da sie bei starkem Regen mit Wasser volllaufen und die Hummeln ertrinken können. Zudem gestaltet sich die Reinigung bei unterirdischen Kästen wesentlich schwieriger. Insbesondere umgestülpte, eingegrabene Blumentöpfe entwickeln sich immer wieder zu Hummelfallen.
 
 
Hornissenkästen
 
Hornissen nutzen alte Bäume mit Höhlen als Nistplatz. Finden sie keine natürlichen Nisthöhlen, beziehen sie immer wieder Vogelnistkästen. Die Nistkästen werden allerdings schnell zu klein für das wachsende Hornissennest.
 
•   Wenn die Vorderseite des Nistkastens früh genug entfernt wird, kann das Raumangebot erweitert werden.
 
•   Als Schutz vor Vögeln sollte das Nest mit einem nicht zu enganliegenden Maschendraht umspannt werden.
 
•   Ein Regenschutz, der am Nistkastendach befestigt wird, ist wichtig.
 
•   Spezielle Hornissenkästen haben eine Grundfläche von 25 x 25 cm und sind etwa 50 cm hoch. Die Hornissen gelangen durch einen senkrechten Einflugschlitz ins Innere des Nadelholzkastens. Am Boden dient eine Spaltöffnung zur Belüftung und Feuchtigkeitsableitung.
=> Bauanleitung: hornissenschutz.de, BUND - Lemgo (pdf 561 kb)
 
•   Das Flugloch sollte nach Nordost bis Südost weisen.
 
•   Der Einflugbereich soll frei von Ästen sein – Hornissen brauchen einen offenen Flugraum.
 
•   Die Nistkästen können in etwa 4 m Höhe an Waldrändern, Einzelbäumen oder Gebäuden angebracht werden.
 
•   Werden mehrere Kästen montiert, muss der Abstand zwischen ihnen je nach Deckungsgrad des Geländes mindestens 30 bis 100 m betragen, um Revierkämpfe zwischen den Hornissenvölkern zu vermeiden.
 
=> mehr zum Thema Wespen und Hornissen
 
 
Unterlagen / Links
 
S. Durrer (2006): Ein Haus für Wildbienen. Nisthilfen zum Ansiedeln und Beobachten von Wildbienen im Siedlungsraum. 3. überarb. Aufl., Pro Natura Baselland, Liestal, 26 S., Download pdf (1.612 kb)
Naturschutzbund Oberösterreich: Insektenhotel, Download pdf (231 kb)
W. R. Günzel (2007): Das Insektenhotel. Naturschutz erleben: Bauanleitungen, Tierportraits, Gartentips. pala-Verlag, Darmstadt, 156 S.
M. v. Orlow (2011): Mein Insektenhotel. Wildbienen, Hummeln & Co. im Garten. Ulmer, Stuttgart, 192 S.
Schweizer Vogelschutz SVS – BirdLife Schweiz (2003): Wildbienennisthilfen. Kleinstrukturen-Praxismerkblatt 4, Download pdf (108 kb)
P. Westrich (2011): Wildbienen. Die anderen Bienen. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 168 S.
Bienenhotel – Wildbienen – Nisthilfen – Bestäubung: www.bienenhotel.de
wildbiene.com: www.wildbiene.com
bombus.de ... die Hummel-Seite: www.bombus.de
B. Schmelzer & A. Bezzenberger (1985): Pflanzenkatalog zur Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums. Landschaft als Lebensraum, herausgegeben vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe, www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de
H. Hintermeier & M. Hintermeier (2005): Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft. Honigbienen, Hummeln, Solitärbienen, Wespen, Hornissen. 5. Auflage, Obst- und Gartenbauverlag, München, 140 S.
 
 
letzte Änderung Juli 2012, © UMG
 
   

 
 
Nisthilfen für Insekten
Artenhilfe für Wildbienen und andere Hautflügler
 
Hautflügler sind nach den Käfern und Schmetterlingen die drittgrößte Insektengruppe. Zu ihnen zählen zB Wildbienen, Hummeln und Wespen. Die meisten Arten sind völlig harmlos und leisten wichtige Dienste als Pflanzenbestäuber und Schädlingsvertilger.
Heute sind viele Arten gefährdet und stehen auf den Roten Listen. Neben Nutzungsintensivierungen und Umweltbelastungen durch Insektizide spielt auch der Rückgang geeigneter Nistplätze eine Rolle. An modernen Hausfassaden finden Mauerbienen und andere Hautflügler kaum Nischen und Fugen für ihre Nester. Auch morsche Bäume und alte Zaunpfähle sind in modernen Wohngebieten selten anzutreffen.
 
•   Nisthilfen für Insekten sind pflegeleicht und mit geringem Aufwand herzustellen. Sie machen aber nur Sinn, wenn in der Nähe naturnahe Flächen vorhanden sind, wo heimische Blütenpflanzen ausreichend Nahrung in Form von Nektar bieten. Da einige Arten bereits im März fliegen, sind auch Frühblüher wichtig.
 
•   Als Standort für Insekten-Nisthilfen sind gut besonnte und vor Regen geschützte Standorte, bevorzugt südwest- bis südostexponiert, im Siedlungsraum und der Kulturlandschaft geeignet.
 
 
Niströhren
 
•   Bambusrohe mit einem Innendurchmesser von 3 bis 20 mm bieten einfache Möglichkeiten, Niströhren für Hohlraumbewohner zu schaffen. Bambus wird hinter den Knoten abgesägt, so dass am hinteren Ende ein natürlicher Abschluss entsteht, der für die notwendige Dunkelheit sorgt. Am vorderen Ende hingegen sind die Rohre offen. Die Bambusstückchen können einzeln und waagrecht in Backsteinen oder als Bündel in Tonröhren, PVC-Rohren oder Konservendosen auslegt werden. Mit etwas Gips lassen sich die Stücke befestigen oder mit Hilfe von Lehm auf einem Brett in Etagen aufgestapeln.
 
•   Auch Schilfhalme sind geeignet. Da Schilf sehr dünnwandig ist, sollten die Bewohner im Winter vor hungrigen Vögeln geschützt werden. Dies erfolgt am besten durch Maschendraht oder Kunststoffnetze (Maschenweite 3x3 cm) im Abstand von 10 bis 20 cm vor den Niströhren.
 
•   Manche Wildbienen besiedeln auch leere Schneckenhäuser, zB von Weinberg- oder Schnirkelschnecken.
 
 
Nistblöcke
 
•   Zur Herstellung von Nistblöcken werden in gelagertes, entrindetes und chemisch unbehandeltes Hartholz (zB Eiche, Buche oder Esche) im Abstand von mindestens 2 cm Löcher mit einem Durchmesser zwischen 2 und 10 mm gebohrt.
 
•   Am besten ist es, verschiedene Durchmesser anzubieten, wobei die meisten Löcher zwischen 3 und 6 mm breit sein sollten.
 
•   Die Löcher müssen immer ins Längsholz (die Seite, auf der sich ursprünglich die Borke befand) gebohrt werden!
 
•   Die Nistgänge sollten mindestens 5 cm tief sein.
 
•   Die Oberfläche wird mit feinem Sandpapier geglättet, das Bohrmehl ausgeklopft und die Bohrlöcher von Holzfasern gereinigt.
 
•   Die Nisthölzer können in sonniger und wettergeschützter Lage an Gebäuden, Mauern, Pfosten und Bäumen montieren und wenn nötig, mit einem kleinen Regendach versehen werden. Wichtig ist, dass die Nistgänge waagrecht orientiert sind.
 
•   Auch Ziegel mit runden Löchern im Durchmesser von 5 bis 9 mm bieten Unterschlupf für Wildbienen und andere Insekten. Achtung: Loch- oder Hohlziegel sind ungeeignet! In Frage kommen Strangfalzziegel (zB Koramic, CREATON AG). Allenfalls können die Löcher mit einem Steinbohrer im Durchmesser etwas erweitert werden.
 
 
Niststängel
 
Manche Wildbienen nagen ihre Bruthöhlen in das weiche Mark abgebrochener oder abgeschnittener Stängel.
 
•   Für sie kann man im Herbst etwa 1 m lange Triebe von Brombeeren, Himbeeren, Holunder oder Heckenrosen schneiden, die Seitentriebe entfernen und an einem trockenen Ort den Winter über aufbewahren.
 
•   Im Mai werden die Stängel senkrecht oder leicht geneigt aufgestellt: Einfach in den Boden stecken oder einzeln oder in Bündeln an Stangen, Pfählen oder Zäunen festbinden.
 
•   Die Stängel müssen bis im folgenden Sommer unverändert belassen werden, da die Larven der Bienen im Stängel überwintern.
 
•   So manches Bienennest wird vor Zerstörung bewahrt, wenn verblühte Doldengewächse und Disteln stehen gelassen werden.
 
 
Totholz
 
Totholzbewohner benötigen abgestorbenes, morsches Holz.
 
•   Ihnen hilft, wenn man abgestorbene Bäume stehen lässt.
 
•   Ist das nicht möglich, können die Äste des abgestorbenen Baumes zu einem Haufen gestapelt und bis zur völligen Verrottung liegen gelassen werden.
 
•   Auch Baumstümpfe mit verrottenden Wurzeln oder alte, morsche Zaunpfähle sind Unterkunft für Totholz bewohnende Insekten.
 
•   Mit morschen Holzklötzen, Balken oder dicken Ästen werden Holz bewohnende Wildbienen in den Garten gelockt. Das Holz wird entweder einzeln aufgestellt oder als Stapel angeboten. Wichtig ist die Festigkeit des Morschholzes – weiches Moderholz und pulvriges Mulmholz sind nicht geeignet.
 
=> mehr zum Thema Neues Leben aus totem Holz
 
 
Lehmkisten und Sandhaufen
 
Im Boden nistende Arten unter den Wildbienen benötigen sandiges oder lehmiges Substrat. Sie besiedeln zum Beispiel sonnige, trockene Böschungen mit schütterem Bewuchs oder Mauern mit Lehm als Fugenfüllung.
 
•   Geeignete Nisthilfe sind zB 40 bis 60 cm lange Eternitkisten, die mindestens 15 cm hoch mit sandigem Lehm oder Löss gefüllt werden. Achtung: Das Material darf nicht zu hart sein; im trockenen Zustand sollte es sich mit dem Fingernagel leicht abschaben lassen. Anschließend werden mit einem Stöckchen kurze Gänge mit einem Durchmesser von 5 bis 8 mm Durchmesser gebohrt, um die Wilbienen anzulocken.
 
•   Diese „Mini-Steilwände“ werden an sonnigen, südexponierten Stellen, die vor Regen geschützt sind, aufgestellt.
 
•   Auch breite Fugen auf Wegen oder Plätzen, die mit Sand oder Lehm gefüllt sind, werden als Nistquartier genutzt.
 
•   Für manche Arten sind Hilfsmaßnahmen besonders einfach: Es genügt, Sandhaufen aufzuschütten und auf diese Weise Trockenstandorte zu schaffen. Wenn wenig Platz vorhanden ist, sind auch mit Sand gefüllte Blumentöpfe oder -kistchen geeignete Niststandorte.
 
 
Hummelkästen
 
Auch Hummeln leiden in unseren ausgeräumten Landschaften an „Wohnungsnot“. Hummelkästen können dann zum Artenschutz beitragen.
 
•   Da die ersten Hummelköniginnen schon früh im Jahr aus der Winterruhe erwachen, sollten die Kästen bis Ende Februar/Anfang März bezugsfertig sein.
 
•   Hummelnistkästen müssen so aufgestellt werden, dass sie vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt sind. Ideale sind halbschattige Standorte, die am Morgen von der Sonne beschienen werden, tagsüber aber im Schatten liegen. Das Einflugloch sollte sich nicht auf der Wetterseite befinden.
 
•   Hummelkästen werden meist aus Nadelholz gefertigt und sind etwa 40 x 40 x 40 cm groß. Sie weisen eine Landeplattform und meist einen kleinen Vorraum auf, der das Eindringen von Mäusen, Käfern, Wachs- oder Kuckucksmotten erschwert. Im Innenraum befindet sich ein geschlossener Pappkarton, der am Boden mit Kleintierstreu bedeckt ist. Eine Mulde mit unbehandelter Polsterwolle oder Moos unter einem Deckkarton dient als Nest. Ein leicht ansteigender Laufgang von 2 bis 3 cm Breite verbindet das Schlupfloch des Kartons mit dem Nistkastenausgang.
=>  Bauanleitungen: Aktion Hummelschutz, NABU, wildbienen.de, hummelfreund.com
 
•   Werden mehrere Kästen aufgestellt, erleichtern eine Markierung mit Farbe oder eine abwechslungsreiche Fluglochgestaltung den Hummeln die Orientierung. Hummeln sehen alle Farben mit der Ausnahme von Rot.
 
•   Hummelvölker sind "einjährig" und sterben im Herbst ab. Im Winter müssen die Kästen deshalb gründlich gereinigt und das Nistmaterial ausgetaucht werden.
 
•   Manchmal werden auch unterirdische Hummelnisthilfen empfohlen. Sie sind sehr umstritten, da sie bei starkem Regen mit Wasser volllaufen und die Hummeln ertrinken können. Zudem gestaltet sich die Reinigung bei unterirdischen Kästen wesentlich schwieriger. Insbesondere umgestülpte, eingegrabene Blumentöpfe entwickeln sich immer wieder zu Hummelfallen.
 
 
Hornissenkästen
 
Hornissen nutzen alte Bäume mit Höhlen als Nistplatz. Finden sie keine natürlichen Nisthöhlen, beziehen sie immer wieder Vogelnistkästen. Die Nistkästen werden allerdings schnell zu klein für das wachsende Hornissennest.
 
•   Wenn die Vorderseite des Nistkastens früh genug entfernt wird, kann das Raumangebot erweitert werden.
 
•   Als Schutz vor Vögeln sollte das Nest mit einem nicht zu enganliegenden Maschendraht umspannt werden.
 
•   Ein Regenschutz, der am Nistkastendach befestigt wird, ist wichtig.
 
•   Spezielle Hornissenkästen haben eine Grundfläche von 25 x 25 cm und sind etwa 50 cm hoch. Die Hornissen gelangen durch einen senkrechten Einflugschlitz ins Innere des Nadelholzkastens. Am Boden dient eine Spaltöffnung zur Belüftung und Feuchtigkeitsableitung.
=> Bauanleitung: hornissenschutz.de, BUND - Lemgo (pdf 561 kb)
 
•   Das Flugloch sollte nach Nordost bis Südost weisen.
 
•   Der Einflugbereich soll frei von Ästen sein – Hornissen brauchen einen offenen Flugraum.
 
•   Die Nistkästen können in etwa 4 m Höhe an Waldrändern, Einzelbäumen oder Gebäuden angebracht werden.
 
•   Werden mehrere Kästen montiert, muss der Abstand zwischen ihnen je nach Deckungsgrad des Geländes mindestens 30 bis 100 m betragen, um Revierkämpfe zwischen den Hornissenvölkern zu vermeiden.
 
=> mehr zum Thema Wespen und Hornissen
 
 
Unterlagen / Links
 
S. Durrer (2006): Ein Haus für Wildbienen. Nisthilfen zum Ansiedeln und Beobachten von Wildbienen im Siedlungsraum. 3. überarb. Aufl., Pro Natura Baselland, Liestal, 26 S., Download pdf (1.612 kb)
Naturschutzbund Oberösterreich: Insektenhotel, Download pdf (231 kb)
W. R. Günzel (2007): Das Insektenhotel. Naturschutz erleben: Bauanleitungen, Tierportraits, Gartentips. pala-Verlag, Darmstadt, 156 S.
M. v. Orlow (2011): Mein Insektenhotel. Wildbienen, Hummeln & Co. im Garten. Ulmer, Stuttgart, 192 S.
Schweizer Vogelschutz SVS – BirdLife Schweiz (2003): Wildbienennisthilfen. Kleinstrukturen-Praxismerkblatt 4, Download pdf (108 kb)
P. Westrich (2011): Wildbienen. Die anderen Bienen. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 168 S.
Bienenhotel – Wildbienen – Nisthilfen – Bestäubung: www.bienenhotel.de
wildbiene.com: www.wildbiene.com
bombus.de ... die Hummel-Seite: www.bombus.de
B. Schmelzer & A. Bezzenberger (1985): Pflanzenkatalog zur Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums. Landschaft als Lebensraum, herausgegeben vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe, www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de
H. Hintermeier & M. Hintermeier (2005): Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft. Honigbienen, Hummeln, Solitärbienen, Wespen, Hornissen. 5. Auflage, Obst- und Gartenbauverlag, München, 140 S.  
 

 


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www.naturtipps.com/nisthilfen/insekten.html
Stand Juli 2012